Crashkurs PR: Wie du dein eigener Pressesprecher wirst (Teil 1)

Dein neues Album erscheint bald, und du willst natürlich, dass die Welt davon erfährt. Wie verbreitest du nun die Nachricht? Mal davon ausgehend, dass du nicht in Geld schwimmst und dir dementsprechend keine professionelle PR-Agentur leisten kannst, wirst du wohl auf dich allein gestellt sein. Dieser kleine Leitfaden bringt dir das kleine Einmaleins der Public Relations bei, damit dein nächstes Album oder deine kommende Tour die öffentliche Würdigung erfahren, die sie verdienen.

PR – Was ist das und wofür brauchst du das?

Public Relations nennt man die Kunst der strategischen Kommunikation. Es geht darum, Kontakte zu Journalisten aufzubauen und diese mit den Inhalten zu versorgen, welche ihre Leser interessieren. Für dich als Künstler ist die Pressearbeit eine der besten Möglichkeiten, dich bekannt zu machen – das letztendliche Ziel ist, dass Journalisten über dich berichten und dein Werk bekannt machen. Egal, ob du ein etablierter Künstler oder ein Newcomer bist, PR kann extrem wertvoll sein. Für aufstrebende Künstler bietet sich die Chance, dein öffentliches Profil aufzubauen und die eigene Musik bekannt zu machen. Für etabliertere Acts kann PR helfen, das öffentliche Image, das der Künstler zu transportieren versucht, aufzubauen und zu gestalten.

Wie fängt man am besten an?

Abhängig von der Geschichte, die du transportieren willst, kannst du auf verschiedene Arten herangehen. Die traditionelle PR-Arbeit beginnt mit dem Verfassen einer Pressemitteilung. Das ist ein Dokument von circa einer DIN A4-Seite Umfang und ist nach bestimmten Regeln verfasst, mit denen du der Presse eine bestimmte Neuigkeit übermittelst. In der Musikwelt haben die meisten Presseankündigungen entweder ein neues Album zum Inhalt (geschrieben mit der Absicht, Rezensenten dafür zu gewinnen), oder kündigen eine Tour an (hier erfahren Journalisten die einzelnen Daten und werden zu den Shows eingeladen). Eine Pressemitteilung ist in etwa demselben Stil wie eine Newsmeldung verfasst. Sie weist eine kopflastige Struktur auf, was bedeutet: die entscheidenden Fakten stehen gleich am Anfang, überschrieben mit einer klaren Headline und einem Einstieg, der das Interesse der angesprochenen Journalisten wecken muss. Komm’ am besten gleich darin voll auf den Punkt. Du kannst eine große Menge Vorlagen für Pressemitteilungen online finden, ein paar Beispiele, welche auf die Musikindustrie zugeschnitten sind, findest du hier und hier.

Finde die richtigen Journalisten und starte deinen Pitch

Wenn deine Pressemitteilung fertig ist, geht es nun daran, einen Presseverteiler aufzubauen, welcher die Kontaktdaten von für deine Musik relevanten Reviewern, Autoren und Bloggern enthält. Das wird die Liste der Leute, denen du deine Mitteilung mailen wirst, begleitet von einem kurzen Anschreiben, aus dem hervorgeht, warum deine News für sie (und ihre Leser) interessant sein sollte. Das wichtigste ist hier, deine Hausaufgaben gut zu machen. Baue nicht einfach eine lange Verteilerliste von hunderten Musikjournalisten auf und schicke eine Mail an alle. Suche stattdessen die Journalisten, die sich in deinem musikalischen Genre bewegen und schreibe jedem eine individuell zugeschnittene Mail. Die meisten größeren Publikationen haben Journalisten, die spezifische Themenfelder abdecken. Das letzte, was du tun solltest, ist beispielsweise einem Rock-Journalisten dein neues Techno-Album anzukündigen, weil du damit nur bewiesen hast, wie schlampig du die Recherche angegangen bist. Lies die Artikel der Publikationen bzw. Autoren. Lerne ihren Schreibstil und ihre thematischen Schwerpunkte kennen. Folge ihnen auf Twitter und finde heraus, wo ihre Interessen liegen. Dein Langzeitziel sollte nämlich darin bestehen, mit dem Journalisten einen guten Kontakt aufzubauen, und die beste Möglichkeit dafür ist, ihm zu zeigen, dass du seine Arbeit wahrnimmst und wertschätzt. Im Gegenzug wird er sich – hoffentlich – deiner Arbeit mit derselben respektvollen Haltung widmen.

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