Das preiswerte Home Recording Studio (Teil 1)

Home Recording Studio

Das preiswerte Home Recording Studio (Teil 1)

Homerecording

Der stetige technologische Fortschritt und die vergünstigte globalisierte Fertigung von Hardware in Asien und Schwellenländern, hat in der Studiotechnik zu einem regelrechten Preiszerfall geführt. Teures Analog-Equipment wird auf breiter Ebene durch billigere Digitaltechnik ersetzt, und Software verdrängt zusehends Hardware. Aus diesem Grund war es noch nie einfacher und preiswerter, sich sein eigenes kleines Homerecording-Studio zusammenzustellen. Welches Minimal-Setup benötigt man?

 

Die Digitale Audioworkstation (DAW)

Unter einer sogenannten DAW versteht man das Herzstück eines jeden modernen Homerecording-Studio’s, nämlich den Computer in Verbund mit einer Soundkarte und einer Sequencer-Software à la Cubase oder Logic. Der Computer fungiert dabei als Aufnahme- und Wiedergabegerät, Soundquelle (Sounds und Virtuelle Instrumente + Sampler), Editiergerät und Studiohauptschaltzentrale, wo alle Fäden der Produktion zusammenlaufen, bis zum finalen Heim-Master.

 

Der Computer

Ob man sich für einen teureren Apple-Computer entscheidet oder doch lieber für einen PC, spielt im Endeffekt nicht wirklich eine grosse Rolle. Beide Systeme sind hardwareseitig baugleich und verfügen seit einigen Jahren sogar über die selben Intel-Prozessoren. Der grosse Unterschied liegt primär im Betriebssystem; OS-X vertritt die Apple Welt, während hauptsächlich Windows 7 und Windows 8 den PC’s Leben einhauchen. Etwaige Diskussionen, welches System denn nun besser sei, sind oftmals kindisch und werden mit seltsamen Argumentationen geführt. Deshalb also nicht beirren lassen. Wer auf die Schiene PC setzt, der hat einfach eine viel grössere Auswahl an verschiedenen Systemen, was oft auch zu den typischen „PC-Problemen“ führt, weil einfach schlechte Komponenten verbaut sind. Bei Tiefpreis-Kisten aus dem Aldi kann man sich nicht grad ein Rendering-Monster erhoffen, das sollte logisch sein. Wer einen 1A-Rechner möchte, der hochwertigen Audiofunktionen einer DAW entspricht, der sollte sich entweder a) einen Mac kaufen, b) selbst einen PC bauen oder c) sich beraten lassen oder best-case sogar einen optimierten Rechner von einem Hersteller von hochwertigen Audio-PC’s, der auf diesen Markt spezialisiert ist, kaufen. Des weiteren muss man sich überlegen, ob man lieber mobil ist und sich ein Notebook kauft, oder ob man stationär abhängiger ist, jedoch mit einem Desktop-Rechner mehr Anschlussmöglichkeiten hat und allenfalls über mehr Power verfügt. Geräte unter 1000.- CHF genügen den Anforderungen eher nicht.

 

Das Audiointerface

Im Normalfall empfiehlt sich die Anschaffung eines gesonderten Audiointerfaces (= Soundkarte), da dieses eine bessere Audioqualität bietet, über verschiedene und mehrere Anschlüsse verfügt und vor allem eine geringere Latenz aufweist. Tiefe Werte bezüglich Latenz (= die Verzögerung zwischen Anschlag/Input-Signal im Rechner und des abgespielten Audiosignals aus dem Rechner) sind enorm wichtig, denn sie ermöglichen es, Virtuelle Instrumente oder Audioaufnahmen wie z.B. Vocals ohne spürbare Verzögerung abzuspielen respektive abzuhören. Bessere Audiointerfaces bieten auch interne Mixfunktionen an, damit man ein verzögerungsfreies Mix-Signal direkt vom Interface, ohne Umweg durch den Rechner, abhören kann, was vorwiegend beim Einspielen von Instrumenten oder eben Gesang äussert hilfreich ist. Je höher der Preis eines Audiointerfaces, desto besser die Qualität der AD/DA-Wandler und desto üppiger die Anschlussmöglichkeiten und deren Wertigkeit (WordClock, AES/EBU usw.). Man kriegt ab ca. 150.- CHF noch kein High-End-Gerät, aber die Resultate sind dennoch bereits sehr gut.

 

Die Software

Die Fülle an hochwertigen Musikprogrammen ist mittlerweile sehr gross, und manch Neueinsteiger ist mit der Auswahl ziemlich überfordert. Fakt ist, dass die Preise der DAW-Programme stark gesunken sind, während die zahlreichen Features manchem Alt-Guru die Tränen in die Augen schiessen lassen – die Möglichkeiten der Audiobearbeitung sind immens! Eine Uebersicht über die gängigsten DAW-Programme findest Du in unserem älteren Blog! Wer seinen Computer auch als Musikinstrument verwenden will, der braucht zu seiner DAW-Software meist zusätzlich noch spezifische Virtuelle Instrumente (Digitale Synthesizer oder samplebasierte Player). Die Palette reicht von sphärischen Eigenkreationen wie dem Omnisphere über Allzweck-Waffen wie dem Nexus bis zu epochalen Orchesterinstrumentierungen à la EastWest. The sky’s the limit!

 

Im Teil 2 werden wir uns weiteren Themen wie den Studiomonitoren, Mikrofonen inkl. PreAmp’s, Hardware Instrumenten und weiterem Basis-Equipment widmen!