Die wichtigsten Tipps: Heimstudio vs. professionelles Tonstudio

Für unabhängige Musiker und Musikerinnen ist es oft nicht leicht zu entscheiden, wie sie ihre Musik am besten professionell aufnehmen sollen. Einerseits sind Studios ziemlich teuer. Auf der anderen Seite sind sich die meisten Leute darüber einig, dass Tontechnik und Kompression, sowie das Mixen und das Mastern in den Händen von Tonstudio-Profis wohl besser aufgehoben sind. Was heißt das also für dich und deine Musik? Hier 4 einfache Tipps, die dir bei deiner Entscheidung helfen können.

1. Schnell, günstig, gut: such dir 2 aus

Schnell, günstig und gut – such dir 2 Wörter aus, wenn es um dein Aufnahmeprojekt geht und du dich entscheiden musst, ob du zu Hause aufnimmst, in einem Studio oder beides kombinierst. Um Tom Waits zu zitieren, der 2008 im Zuge einer ANTI-Pressemitteilung verlauten ließ: „Jim Jarmusch hat einmal zu mir gesagt ‚Schnell, Günstig und Gut…. such dir zwei aus.

Ist es schnell und billig, wird’s nicht gut. Ist es günstig und gut, wird’s nicht schnell gehen. Ist es schnell und gut, wird’s nicht günstig. Schnell, günstig und gut – such dir [zwei] Wörter aus, an die du dich hältst.“ In anderen Worten, wenn du dich fürs Homerecording entscheidest, bedeutet das für deine Produktion, dass sie günstig und gut werden kann, aber wahrscheinlich nicht schnell über die Bühne gehen wird.

Und im Studio wird sie vielleicht schnell und gut, aber sicher nicht billig. Letztendlich möchtest du aber, dass deine Aufnahme gut wird und du am Ende weder Zeit noch Geld verschwendet hast. Um das zu erreichen, gibt es mehrere Varianten.

2. homerecStelle die richtigen Fragen

Performst du besser, wenn du live einspielst oder solltest du lieber die einzelnen Instrumente auf getrennten Tonspuren aufnehmen?

Spielst du besser, wenn du mit anderen zusammenspielst oder liegt dir eher die Solovariante? Performst du besser, wenn jemand mit reinhört und dir zwischen den Takes die Richtung weist oder bleibst du lieber für dich und drückst allein auf den Aufnahmeknopf?

Ob du nun ins Studio gehst oder ob du lieber zu Hause bleibst – du solltest zuallererst einmal herausfinden, was dir am meisten liegt, wie dein Ergebnis aussehen soll und wie du, rein logistisch gesehen, für deine Aufnahme die Weichen stellen kannst.

Wie viel weißt du eigentlich über Klang und wie viel über Tontechnik? Weißt du, wie du mit Musiksoftware umgehst, wie du Mikrofone positionierst, wie du Phantom-Power und Preamps einsetzt, wie du ein verzögerungsfreies unmittelbares Abhören der Eingänge (latenzfreies Live-Monitoring) herstellst und wie du den Raum akustisch vorbereitest?

Oder wäre es nicht doch besser, du konzentrierst dich vollständig auf deine Musik und bezahlst ein Tonstudio, damit die komplette Tontechnik für dich übernommen wird, während du nur spielst?

Wenn du diese grundlegenden Fragen für dich geklärt hast, wirst du auch wissen, wie du am besten anfangen kannst. Solltest du dich für ein Tonstudio entscheiden, nimm dir auf jeden Fall genug Zeit, das richtige zu finden – du solltest ihren Sound mögen und sicher sein, dass deine Kommunikation mit dem Toningenieur gut funktioniert.

3. Entwickle eine Strategie, die deinen Qualitäten entspricht

Nachdem du herausgefunden hast, was – bezogen auf deine Qualitäten, Ziele und Ressourcen – deine Möglichkeiten sind und wo Einschränkungen bestehen, kannst du damit beginnen, eine entsprechende Strategie zu entwickeln. Teil dieser Strategie können erste Demoaufnahmen sein, die wiedergeben, in welche Richtung deine eigentliche Aufnahme gehen soll.

Demotracks sind eine einzigartige Möglichkeit, wie du deine Musik in ihrer rohen Form reflektieren kannst. Du kannst diese ersten Probeaufnahmen auch Kollegen vorspielen und sie um Rat fragen, was ein guter Ansatz für die eigentliche Aufnahme wäre, außerdem kannst du Overdubs üben.

Ein weiterer Teil deiner Strategie könnte sein, dass du dir Musik von anderen heraussuchst, die dich inspiriert, die ‚Klangfarben‘ zu finden, nach denen du für deine eigene Aufnahme suchst.

Ein wenig Recherche und du kannst mehr über diese ‚Farben‘ herausfinden: welche Art von Raum und welche Instrumente wurden verwendet, wer hat wie an der Produktion mitgewirkt, wer hat gemixt und wer gemastert und wo ist das passiert?

So kannst du einige Charakteristika und Klangfarben in deine eigene Aufnahme mit einfließen lassen und du bist deinem Ziel, sowie deiner Arbeitsweise (Studio/Heimstudio) und Arbeitssprache (Kommunikation) wieder ein Stück nähergekommen.

Deine Aufnahmestrategie ist wie ein Entwurf für ein Haus, das du baust und in dem du gern leben möchtest. Dein Plan sollte einerseits so persönlich wie möglich sein, gleichzeitig kann aber nicht schaden, ein wenig zu recherchieren, um von der Erfahrung und von den Musikproduktionen von anderen Musikern und Musikerinnen lernen zu können.

4. Die richtige Kombination

In einem Studio musst du dir keine Gedanken darüber machen, wie du deine Mikros in die ideale Position bringst. Es wird dort einen Toningenieur, vielleicht sogar einen Produzenten geben, die das für dich übernehmen, aber das gehört ja auch zu den Vorteilen, für die du schließlich bezahlst.

Heutzutage reicht es im Prinzip, wenn du ein gutes Mikrofon, ein Audio-Interface/eine Soundkarte, einen Vorverstärker (Preamp) und auf deinem Rechner eine Musiksoftware hast. Denn im Studio stehst du als Musiker oder Musikerin unter Druck, du musst extrem gut vorbereitet sein und du wirst nicht viel Zeit haben, zu improvisieren, neue Parts zu entwickeln oder etwas zu verändern.

Im Heimstudio dagegen wird es vielleicht nicht der große, saubere Klang, aber du kannst so viel Zeit investieren wie du willst und deine Aufnahme ästhetisch, strukturell und künstlerisch genau so hinbekommen, wie du sie haben möchtest.

Eine weitere gute Variante ist, zu Hause aufzunehmen und anschließend deine Musikdateien an ein Tonstudio zu senden, wo sie durch Kompressoren, Limiter, Frequenzverstärker und noch anderes Equipment geschickt werden können.

Du erhältst einen professionellen Klang und bleibst finanziell im Rahmen deiner Möglichkeiten. iMusician bietet beispielsweise auch einen Profi-Mastering-Service an. Oder du machst es umgekehrt und nimmst das Grundgerüst deiner Songs in einem Studio und die Overdubs danach zu Hause auf.

Das Heimstudio und das professionelle Studio lassen sich heutzutage aufgrund ihrer verschiedenen Attribute gut kombinieren – ein Konzept, das dir zu einer qualitativ hochwertigen und gut durchdachten Audioproduktion verhelfen kann, die deinen Vorstellungen entspricht. Und vergiss nicht: Schnell, Günstig und Gut: such‘ dir zwei Wörter aus, an die du dich hältst und sei clever beim Kombinieren.

Übrigens kannst du hier unseren Freunden von Backstage PRO einen Besuch abstatten, denn auch sie fanden, dass das Thema zum Jahresauftakt einen Artikel wert ist.

Danke catzaudio.com

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