Warum hebt deine Musikkarriere noch nicht ab?

Du machst doch schon alles richtig. Und gute Musik produzierst du obendrein. Und trotzdem, mit deiner Musikkarriere läuft es einfach nicht so wie erhofft. Manchmal ist es schwer zu verstehen, was deinem Erfolg im Wege steht. Kurz: Warum geht es mit deiner Karriere nicht richtig nach vorne?

Wie du sicher weißt, reicht es heutzutage nicht mehr nur „gute“ Musik zu machen. Du musst an deiner Selbstvermarktung arbeiten. Aber was heißt das eigentlich praktisch? Wenn du immer noch darauf wartest, dass deine Musik mal richtig einschlägt, liegt es höchstwahrscheinlich an einem der sieben Gründe, die ich im Folgenden aufzähle:

Du hast deine Motivation verloren und prokrastinierst

Viele Künstler starten ihren Weg in der Industrie mit brennender Leidenschaft für Musik. Diese Leidenschaft motiviert einen, hart zu arbeiten und jede Gelegenheit zu ergreifen, die sich einem bietet. Am Anfang ist alles neu und wundervoll. Und selbst, wenn Dinge nicht laufen wie geplant, verbucht man jeden Rückschlag als lehrreiche Erfahrung, die einen für die Zukunft weiterbringt.

Mit fortschreitender Zeit wird sich das Leben jedoch wandeln, man nimmt neue Verantwortungen an und entdeckt vielleicht neue Leidenschaften. Fast schon zwangsläufig verwendet man da weniger Zeit auf die Musik und lässt sich entmutigen. Tatsache ist jedoch: Wenn du auf eine Karriere aus bist, die diesen Namen verdient, musst du dafür 200% geben!

Die gute Nachricht: Motivation kommt zyklisch. Manchmal ist man Feuer und Flamme für seine Sache und andere Male dagegen kurz davor, alles hinzuwerfen. Der Trick liegt darin, anzuerkennen, dass die Höhen und Tiefen ausschließlich davon bestimmt werden, was uns die leise Stimme in unserem Kopf sagt. Und die können wir lernen auszuschalten und weiter an unserer Karriere arbeiten, komme was wolle.

Kurz gesagt: Verhalte dich so, als wärst du bereits an der Spitze des Musikgeschäfts, arbeite täglich daran und lass dich nicht von deinen Emotionen und Stimmungen leite. Verhindere, dass Faulheit und Passivität die ganze Kiste an die Wand fahren.

Dein Markenimage ist nicht klar

Deine Marke klar zu definieren und nach außen darzustellen, ist einer der ersten (und schwierigsten) Schritte in einer Musikkarriere. Es kann verwirrend und manchmal auch ein wenig unangenehm sein, wenn man in Worte fassen muss, wer man ist und wofür man stehen will – aber das ist ein entscheidender Punkt, den du unbedingt angehen musst.

Du benötigst eine klare Vorstellung von deiner Marke, damit du weißt, wie du deine Musik online vermarktest, welche Gelegenheiten du wahrnimmst, welche du ablehnst, und welche deine nächsten Schritte sind. Dein Markenbild ist nicht nur die Grundlage deiner Marketing-Strategie, auch für Fans und Musikbusiness-Experten ist es wichtig, innerhalb von 10 Sekunden zu begreifen, wofür du stehst.

Fazit: Überlege dir wie dein Markenimage aussehen soll, wenn du willst dass jeder (inklusive dir selbst) den Wesenskern deiner Musikkarriere sofort begreift.

3. Dein Onlineauftritt stimmt nicht

Ja, soziale Netzwerke können einem durchaus als Zeitfresser und unnötige Pflichtaufgabe erscheinen. Ja, es ist notwendig, dass du dich exponierst und dich, zumindest ein kleines bisschen, selbstverliebt zeigst. Aber einen professionellen Onlineauftritt zu meistern, und ihn als Werkzeug zu nutzen, um deine Karriere aufzubauen und mit deinen Fans zu kommunizieren – das kann einen wesentlichen Unterschied machen zwischen einer Karriere, die vor sich hindümpelt und einer, die richtig abhebt.

Eine richtig gute Onlinepräsenz, welche die Verbindung zwischen dir und deinen Fans stärkt, wird auch bei der Presse, bei Veranstaltern und Musiklabels nicht unbemerkt bleiben. Sie zahlt sich förderlich bei jedem Aspekt deiner Karriere aus: beim Gewinnen von potenziellen Fans, beim Aufbau ihrer Loyalität, der Stärke deines Projekts und seines monetären Werts. Vor allem, denk immer daran, dass deine Fans alles für dich sind.

Lerne, wie du deine Onlinepräsenz am besten betreust, und deine Fanbase und deine musikalische Karriere werden kaum Grenzen kennen. Tipp: alles beginnt in den sozialen Netzwerken.

4. Deine Konzerte ziehen keine Leute an

Oft hört man, dass es besser ist, eine treue lokale Fanbase aufzubauen, bevor man an die überregionale oder nationale Ebene geht. Das ist richtig. Obwohl das Internet fantastische Möglichkeiten bietet, empfehle ich, dass du zuerst in deiner Region anfängst, präsent zu sein.

Natürlich träumst du vom Touren und du meinst vermutlich, dass sich überall ein passendes Publikum finden wird, aber im Endeffekt gibt es immer noch zahlreiche Vorteile davon, zuerst deine Heimat zu erobern (falls du noch dort wohnst) und deine Kunst zu perfektionieren, bevor du sie in die weite Welt hinaus trägst.

Falls du es nicht schaffst, eine laute und enthusiastische Crowd in deiner Heimatstadt zu etablieren, dann liegt es vielleicht daran, dass … deine Konzerte selbst das Problem sind. Filme deine Konzerte und betrachte deine Liveperformance objektiv. Ist sie wirklich mitreißend? Oder eher langweilig? Sprichst du mit dem Publikum? Wie interagierst du mit den Zuschauern? Lade mal deine Familie und Freunde ein und frag sie nach ihrer ehrlichen Meinung.

Und auch vor dem großen Tag selbst gibt es einen wichtigen Punkt, den du hinterfragen solltest: Wie verkaufst du deine Show? Was tust du, um sie zu promoten?

Einfach nur auf Facebook zu posten „Kommt zu unserem Konzert am Samstag Abend“ wird nicht ausreichen. Könntest du proaktiver in deiner Promotion sein? Kannst du sie persönlicher gestalten? Was kannst du alles tun, dass dein Konzert ein Meilenstein wird? Probiere verschiedene neue Techniken auf und abseits der Bühne aus, bis du etwas findest, was gut funktioniert.

5. Du verhältst dich unprofessionell

Die Bühnenpräsenz ist die eine Sache, eine weitere ist Professionalität abseits der Bühne. Künstler und Bands, die keinen Respekt gegenüber Managern, Toningenieuren, Bookern, Fans, Medienvertretern und anderen Musikern zeigen, können keinen Durchbruch erwarten. Beispielsweise solltest du immer pünktlich aufkreuzen und so rasch wie möglich auftrittsbereit sein. Wenn du mit dem Auftritt fertig bist, geh gleich von der Bühne, um die dir zugedachte Auftrittszeit nicht zu überziehen.

Eine andere Sache: Egal, was passiert, rede nie schlecht über die Leistung oder Karrieren von anderen musikalischen Acts, weder online, noch im richtigen Leben. Das einzige, was du damit erreichst, ist, deinen eigenen Ruf und deine Chancen, mit anderen Musikern oder Businessprofis zusammenzuarbeiten, zu ruinieren. Ein Act, den du nicht magst, ist erfolgreich? Allein das Publikum entscheidet, was es gut findet. Sicher mag es ärgerlich sein, zuzusehen, wie andere mehr Aufmerksamkeit bekommen als du, doch das sollte dich nur anspornen, härter an dir und deiner eigenen Karriere zu arbeiten. Zeige zu jedem Zeitpunkt eine professionelle Einstellung und versuche, selbst besser zu werden, anstatt andere schlecht zu machen. Dieses Verhalten mag für andere nicht immer sichtbar sein, aber es wird deinem Fortschritt ganz bestimmt nicht im Wege stehen.

Das sind jetzt nur ein paar konkrete Beispiele; generell solltest du immer anstreben, dich in jeder Situation professionell zu verhalten (also in sozialen Medien, Interviews, auf der Bühne, Backstage, im direkten Kontakt etc.).

 

6. Du hast kein klares Ziel

Spezifische, klar umrissene und erreichbare Ziele helfen dir als Band oder Künstler, in deinem Alltag weiterzukommen und nicht stehenzubleiben. Und wenn ich von Zielen spreche, meine ich nicht irgendwelchen vagen Ideen wie „berühmt werden“ oder „für meine Musik leben“. Klar willst du diese Dinge, aber das sind keine greifbaren Ziele.

Ziele sind spezifisch wie „im kommenden Jahr auf Tour gehen“ oder „im März eine EP veröffentlichen„. Wenn du dir einmal ein Ziel gesetzt hast, das dich antreibt, gehst du vom gewünschten Endergebnis rückwärts und planst die Schritte, die zu dessen Erreichen notwendig sind.

Sei zuvorderst realistisch. Sicherlich würdest du gerne nächstes Jahr ein Stadion mit 10.000 Besuchern füllen, bei NRJ sitzen und einen Artikel im Rolling Stone über dich lesen, aber wenn du noch am Anfang deiner Karriere stehst und du hast nur ein paar tausend Fans oder weniger, kommt zwangsläufig die Ernüchterung. Setze dir erreichbare Ziele in einer relativ kurzen Zeitspanne (sagen wir ein halbes bis ein Jahr) und strukturiere alles auf diese Zwischenziele hin. Das kann einen entscheidenden Unterschied ausmachen.

7. Deine Erwartungen passen nicht zu dem, was du investierst

Viele Künstler träumen vom Berühmtsein und hoffen, dass sie eines Tages einen Vertrag mit einer großen Plattenfirma unterzeichnen, wo sie in jedem Bereich unterstützt werden und sich ausschließlich um ihre Musik kümmern können. In dieser Position sähen sich sehr viele Künstler gerne. Um so weit zu kommen, musst du allerdings sehr hart arbeiten und bereit sein, jede Menge Zeit, Energie und Geld zu investieren.

Warum? Weil deine Konkurrenz (wenn wir andere Bands und Künstler so nennen wollen) nicht darauf wartet, dass du dich bewegst. Manche sind bereit, Tag und Nacht daran zu arbeiten, ihre Projekte nach vorne zu bringen und jammern nicht darüber, dass ihre Konzerte und Alben keinen Gewinn bringen. Häufig sind es die, die am meisten investieren, die später auch die reichste Ernte einfahren.

Einschränkend muss ich jedoch dazu sagen, dass du dich deswegen nicht gänzlich aufreiben musst und auch nicht zu allem und jedem ja sagen brauchst, nur weil du ein Nachwuchskünstler bzw. in einer aufstrebenden Band bist. Wenn du wirklich hervorstechen willst, ist es andererseits wichtig, dass dein investierter Aufwand und deine Strategie zum Umfang deiner Ziele passen.

Warte also nicht auf andere, oder bis irgendein Wunder geschieht, sondern nimm deine Karriere ernst. Und dafür solltest du nicht davor zurückscheuen, Zeit und Geld zu investieren (Fähigkeiten erlernen, Werbung, PR, Merchandising, Konzerte etc).

Fazit

Wenn du noch unsicher bist, empfehle ich dir, den Artikel nochmals zu lesen, um zu sehen, in welchen Bereichen du dich vielleicht noch verbessern könntest. Nimm dir etwas Zeit, die Gesetzmäßigkeiten des Business zu verstehen, bau die Basis für deine Musikkarriere stetig auf bzw. aus und bleib immer professionell. Gehe einen Schritt nach dem nächsten. Wenn du all das machst, hebt deine Karriere bald ab.

Lies auch unseren Artikel zum Thema “Crowdfunding für Musiker

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