Die eigene Musik verkaufen – so gelingt’s!

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Das Album ist fertig aufgenommen und nun stehst du vor der Herausforderung: Deine eigene Musik verkaufen. In diesem Artikel geben wir dir wertvolle Tipps an die Hand und zeigen dir, was du alles beachten solltest, um in der Musikbranche Fuß zu fassen.

Vor der Veröffentlichung: die Checkliste

Wenn du deine eigene Musik verkaufen möchtest, ob als Stream oder zum Download, gibt es einige Punkte, die du beachten solltest.

Registriere deine Songs bei einer Verwertungsgesellschaft

Sollte deine Musik öffentlich im Radio oder Fernsehen gespielt werden, kannst du nur durch die Mitgliedschaft in einer Verwertungsgesellschaft Provision einsammeln. Du solltest deine Songs also dort registrieren, um deine Tantiemen zu bekommen. Am besten wählst du entweder eine Verwertungsgesellschaft aus, die in deinem eigenen Land ansässig ist oder in dem Land, aus dem du die meisten Einnahmen erwartest.

Richte dir eine Webseite ein

Auf deiner eigenen Webseite kannst du dich als Musiker präsentieren und deine Fans über dich und deine Musik auf dem Laufenden halten.

Sei aktiv auf Social-Media-Plattformen

Sei auf den wichtigsten Social-Media Plattformen aktiv, damit deine Fans dich auch finden und du potentielle neue Fans erreichst. Durch regelmäßige Beiträge bleibst du im Gespräch und somit erhöhst du die Wahrscheinlichkeit, dass auch deine Musik gehört wird.

Das Pressekit - das A und O für Musiker

Ein eigenes Pressekit oder auch EPK genannt ist immens wichtig für Musiker. Hierbei handelt es sich um ein Promotion-Tool, das Booking-Agenturen, Labels, Journalisten oder Magazinen einen Eindruck von deiner Musik vermittelt. Das Pressekit wird in digitaler Form versendet und enthält Basisinformationen wie Künstler- oder Bandnamen, Kontaktinformationen, das Genre und die Vita der Künstler. Außerdem Fotos, eine Diskografie, Reviews zur Musik, anstehende Konzertdaten, und Links zu deiner Webseite und Social-Media Kanälen.

Lasse professionelle Fotos von dir erstellen

Professionelle Fotos gehöre zum Pressekit und natürlich auch zu deiner Webseite. Sie spiegeln dich und deine Musik wieder und verfestigen dein Image als Künstler.

Sammle Adressen für deine Promotion-Mailingliste

Ein Newsletter ist ein tolles Tool um brandheiße Infos über dich, wie zum Beispiel Song Releases und Konzerte, zu verbreiten. Sammle bei jeder sich ergebenden Möglichkeit Adressen: auf deiner Webseite, den Social Media Kanälen aber auch durch ausgelegte Listen bei Auftritten.

Dein Release ist online? Nutze die Features der Streaming-Plattformen

Deine Songs sind fertig, du hast deine Webseite mit professionellen Fotos bestückt und bist auf den Social Media Kanälen präsent?

Dann solltest du spätestens jetzt mit der online Verbreitung deiner Musik beginnen. An Streaming-Diensten kommen Künstler schwer vorbei und auch du solltest dich damit auseinandersetzen, welche Plattformen du nutzen möchtest.

Ein Vorteil des Streamings besteht darin, dass du deine Musik auf relativ einfache Art und Weise auf den Plattformen bereitstellen kannst. In unserem Blogartikel Alles was du über den Verkauf von Musik im Internet wissen musst, findest du eine Liste mit allen relevanten Streaming- und Download-Portalen.

Es empfiehlt sich nicht nur auf einer, sondern auf einer Reihe von Verkaufsplattformen präsent zu sein. Hier haben wir dir ein paar zusammengestellt. iMusician bietet dir eine One-Stop-Lösung an, mit der du deine Musik zentral gesteuert auf allen relevanten Streaming-Portalen zur Verfügung stellen kannst.

Richte dein Streaming-Profil ein

Am Beispiel von Spotify möchten wir dir zeigen, wie du das Meiste aus deinem Streaming-Profil herausholst. Du hast deine Musik also erfolgreich hochgeladen? Das ist schon einmal der erste Schritt. Jetzt geht es daran, dein Profil in Szene zu setzen und deine Musik zu promoten. Folgende Schritte empfehlen wir dir, um dein Spotify-Profil einzurichten:

  1. Nachdem du dir dein Profil eingerichtet hast, beantrage dein Künstlerprofil hier.
  2. Lade professionelle Bilder als Header- und als Profilbild hoch. Weitere Bilder kannst du in der Galerie hochladen.
  3. Schreibe etwas über dich in deiner Künstlerbiographie.
  4. Erstelle dir ein Profil bei Songkick, und trage kommende Konzerte ein. Diese Daten können bei Spotify angezeigt werden.
  5. In der “Merch”-Sektion kannst du direkt in Spotify Merchandise und CDs verkaufen. Das ist Möglich durch Merchbar.
  6. Melde dich hier, um deine Zertifizierung, das kostbare blaue Häkchen auf deinem Profil, zu erhalten.
  7. Fast geschafft: Verknüpfe nun deine Social-Media Kanäle und du bist ready to go!

Bringe deine Songs in Spotify-Playlisten unter

Bei der Bewerbung deiner Musik auf Spotify ist es essentiell, dass deine Musik in Playlisten aufgenommen wird. Das wird deine Streams erhöhen und deine Fanbase, sowie Umsätze werden wachsen. Es gibt Playlisten die redaktionell von Spotify erstellt werden und ebenfalls Playlisten von anderen Künstlern, Labels, Influencern oder anderen Kuratoren. Aber wie bringst du deine Songs in den heißbegehrten Playlists unter?

Nutze deine PR-Kontakte
Falls du einen PR-Manager hast, bitte ihn seine Kontakte zu nutzen und deine Songs Magazinen, Blogs oder Radiosendern anzubieten, damit sie sie in ihre Playlisten aufnehmen.

Pitche deine Musik selbst an Kuratoren
Du kannst deine Songs auch selbst an Kuratoren pitchen. Die Kontaktdaten findest du zum Beispiel in sozialen Netzwerken oder den Beschreibungstexten der Playlisten. Stelle ihnen deine Musik vor und nenne unbedingt das Genre, die Stimmung und vielleicht sogar in welche ihrer Playlist sie passen würde. Je weniger Arbeit der Kurator damit hat, deine Musik einzuordnen, desto besser.

Sende deine Musik an Majors oder an Spotifys Kuratoren
Auch die großen Labels haben Spotify-Profile und Playlisten. Damit wird natürlich Traffic für ihre Songs generiert, doch sie nehmen auch Independent-Künstler auf. Folgende Playlisten könnten für dich interessant sein: Topsify von Warner, Digster von Universal Music und Filtr von Sony. Genauso wie an Labels kannst du deine Musik natürlich auch an Spotifys eigene Redakteure senden.

Hier haben wir dir eine Liste von Spotify Playlisten zusammengestellt, an die du deine Musik kostenlos senden kannst:

  1. Soundplate: Pitche deine Musik hier!
  2. Work Hard Playlist Hard: Hier gehts zur Website.
  3. Indiemono: kontaktiere Indiemono hier.
  4. Daily Playlists: Hier gehts zum Pitch!
  5. Spingrey. Besuche die Website.
  6. For the love of bands: Pitche deine Musik hier.
  7. Indie Underground: Pitche deine Musik hier.
  8. Tunemunk: Reiche deine Songs hier ein.
  9. iMusician Digital: Fülle dieses Formular aus.
  10. Submit Hub: Pitche deine Musik hier – Limit von 2 Credits.
  11. ROCK – KROD RECORDS: Fülle dieses Formular aus.
  12. ROCK – WHTYB – What happened to your band?: Besuche die Website.
  13. ROCK – High Road Publicity: Besuche ihre Website und fülle das Formular aus.
  14. DEEP HOUSE – Simon Field: Fülle dieses Formular aus.
  15. INDIE – Music is much more: Sende deine Musik an diese Adresse.
  16. ELECTRO – Soave Records: Pitche hier.

Möchtest du, dass deine Musik in die iMusician Playlists aufgenommen wird? Dann sende uns hier deine Musik!

Nach der Veröffentlichung - So promotest du deine Musik selbst

Besonders Indie Künstler kümmern sich oft selbst um Promotions, Bookings und was sonst noch alles anfällt. Damit dein nächstes Album ein Erfolg wird, haben wir hier in paar Tipps für dich:

Begleite jeden Record Release mit Promotionaktionen

Für jede Album-Veröffentlichung solltest du kräftig Wirbel machen – es gibt schließlich etwas zu feiern! Ein Promotion-Plan kann dir helfen, den Fokus zu bewahren und dich zu organisieren. Deine Veröffentlichung kannst du mit einem Record-Release Konzert einleiten. Das ist die perfekte Möglichkeit, dich und deine Songs zu präsentieren. Eher eine gemütliche Bar oder doch eine Eventlocation mit großer Bühne? Wähle einen Ort, der zu dir und deiner Musik passt.

Das Konzert ist der Startschuss für weitere Promotionaktionen. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Aftershow-Party? Hier kannst du dich unter deine Fans mischen und erhälst gleich Feedback zu deinen Songs. Verschicke exklusive Einladungen an Journalisten aus der Musikbranche und setze sie auf die Gästeliste für das Konzert und die Party.

Schicke dein EPK an Musikblogs

Blogs sind eine tolle Möglichkeit, um dir mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen. Schicke dein fertiges Pressekit einfach an Blogger mit der Bitte etwas über dich und deine Musik zu schreiben, hierfür ist etwas Recherche nötig, um passende Kandidaten zu finden. Suche dir Blogs heraus, die zu deinem Stil und deiner Musik passen. Die meisten Blogger freuen sich über Themen, über die sie schreiben können und haben ein aufrichtiges Interesse an Musik und neuen Künstlern. Dokumentiere am besten in einer Liste, welchen Blog du wann angeschrieben hast. So behältst du den Überblick und kannst auch zu einem späteren Zeitpunkt auf die Kontakte zurückgreifen.

Kontaktiere lokale Radiosender und Magazine

Auch Radiosender und Magazine sind bestens dazu geeignet, deine Musik zu promoten. Sende ihnen dein Pressekit, zusammen mit Informationen über anstehende Konzerte oder Auftritte. Du kannst den betreffenden Sender und Magazinen, auch einfach einen Besuch abstatten – Hartnäckigkeit zahlt sich manchmal aus!

Plakate, Flyer und Aufkleber

Hinterlasse Spuren in deiner Stadt und vor allem dort, wo sich deine (potentiellen) Fans aufhalten. Hast du demnächst ein Konzert in einer Kneipe? Hänge dort schon vor deinem Auftritt Plakate auf und lege Flyer aus. Somit erfahren auch alle Gäste von deinem Auftritt. Auch in nahegelegenen Bars, Cafes, Plattenläden oder Bahnhöfen kannst du deine Sticker oder Flyer hinterlassen. Visitenkarten solltest du auch immer in der Tasche haben, du weißt nie, wem du über den Weg laufen wirst.

Nutze Open Mic Nights

Nutze jede Gelegenheit aufzutreten und Leuten von deiner Musik zu erzählen. Bei Open Mic Nights kannst du deine Songs vor einem Publikum testen, gewinnst Bühnenerfahrung und kannst Erfahrungen mit anderen Musikern austauschen. Also geh raus!

Apps, um deine Musik zu promoten

Wenn du deine Musik selbst promotest, gibt es eine Reihe von Apps, die dich dabei kostengünstig oder kostenlos unterstützen. Die wichtigsten haben wir im Folgenden zusammengefasst:

Songkick: Songkick ist eine App zum Ticketverkauf. Hier werden den Nutzern jedoch auch Künstler und Konzerte basierend auf dem Wohnort und den Musikpräferenzen vorgestellt.

Last.fm: Einer der größten Online-Radioprogramme. Hier kannst du eine persönliche Seite hosten und deine Musik ausspielen lassen. Nutzer bekommen Interpreten passend zu ihrem Geschmack angezeigt.

Soundcloud: Die App macht es einfach Musik hochzuladen und auf Facebook zu teilen. Du kannst Songs zum Download anbieten und wertvolles Feedback von deinen Hörern bekommen.

Reverbnation: Für einen geringen Beitrag kannst du Millionen potentieller Fans erreichen und mit Hilfe eines Anzeigenbaukastens professionelle Werbung auf beliebten Webseites schalten.

Instagram: Neben Facebook, Twitter und Youtube ist Instagram unerlässlich für Künstler. Hier kannst du nah an deinen Fans sein und eine Bindung aufbauen.

Musik-Synchronisation: deine eigene Musik in Film und TV

Sync-Deals sind eine gute Einnahmequelle für Musiker, für viele Künstler sogar die Haupteinnahmequelle, und im besten Fall kurbeln sie die Karriere kräftig an.

Sync-Deals sind eine gute Einnahmequelle für Musiker, für viele Künstler sogar die Haupteinnahmequelle, und im besten Fall kurbeln sie die Karriere kräftig an. Um einen heißbegehrten Deal in Film, Fernsehen aber auch in der Werbung oder in Games an Land zu ziehen, musst du gut pitchen können. Was dir dabei helfen kann, verraten wir dir als nächstes.

Überzeuge mit guter Vorbereitung
Du kannst dir beim Pitchen von einem Verlag helfen lassen (wie Gaga Music, Conexion oder der Soho Music Group) oder du mailst die Supervisors selbst an. Suche dir Filme oder Serien, die sich noch in Vorproduktion befinden und somit noch auf der Suche nach Musik sein könnten. Wichtig ist es, dass du dich gut über die Produktion und den Supervisor informierst und in deiner Email überzeugend auftrittst.

Networking
Ein persönliches Gespräch bleibt in der Regel besser im Gedächtnis, als eine E-Mail. Nutze jede Möglichkeit, um die richtigen Leute zu treffen. Besuchen Veranstaltungen und Film-Festivals oder gehe direkt zu den Filmhochschulen um dich mit angehenden Filmproduzenten zu verbinden. Die eigene Musik proaktiv zu verkaufen ist nicht einfach, doch mit etwas Übung und den richtigen Werkzeugen, wirst du es meistern.

Die Königsdisziplin: Live-Auftritte

Die eigene Musik vor einem Publikum live zu spielen ist für die meisten Künstler ein Traum und die Belohnung für all die harte Arbeit, die dem voran gegangen ist.

Wenn du als Independent Künstler als dein eigener Booking-Manager agierst, wirst du merken, dass es gar nicht so einfach ist an Auftrittsmöglichkeiten heranzukommen. Leichter wird es mit ein paar praktischen Tipps:

Finde deine perfekte Location

Als ersten solltest du dich nach einer geeigneten Location umschauen. Die Stadt in der du wohnst, bietet sich natürlich an. Hier kennst du dich wahrscheinlich schon in der Szene aus und hast Freunde, die dich bei deinem Gig unterstützen. Nutze ebenfalls das Internet und deine Kontakte, um die perfekte Location zu finden.

Kontaktiere den Veranstalter

Die Kontaktdaten deiner Location findest du in den meisten Fällen auf deren Webseite oder Facebook-Profil. Sende dem Veranstalter eine Email und komme schnell auf den Punkt. Schreibe 2-3 Zeilen über dich selbst und füge Links zu deiner Musik hinzu. Am besten ein Video von einem Live-Auftritt und natürlich deine Social-Media Kanäle. Wenn du die Möglichkeit hast, kannst du natürlich auch persönlich bei dem Veranstalter vorbeischauen und dein Anliegen vor Ort besprechen.

So meisterst du Verhandlungen

Der Veranstalter ist an einem Gig von dir interessiert? Großartig! Um als nächstes deinen möglichen Verdienst abzuschätzen, benötigst du zunächst ein paar weitere Infos:

  • Wie groß ist der Veranstaltungsort?
  • Anzahl der Floors und die Info, auf welchem du auftrittst.
  • Ist es ein privater Veranstalter oder gibt es eine Firma im Hintergrund?
  • Ist das Event gesponsert?
  • Wie hoch ist der Eintritt?
  • Welches Budget steht insgesamt zur Verfügung?
  • Wann und um wieviel Uhr spielst du?
  • Gibt es an dem Abend Auftritte anderer Bands?

Sobald du diese Fragen geklärt hast, wirst du besser abschätzen können, was für eine Gage du verlangen kannst. Bleibe natürlich verhandlungsbereit, doch verkaufe dich auch nicht unter Wert.

Wir wünschen dir viel Erfolg!