Musik veröffentlichen – alles was du wissen musst

Release ohne Label – geht das?

Auch Musikmuffel haben es gemerkt – wir sind längst in der Ära der Streaming-Dienste angekommen.

Der Rückgang der Einnahmen im Musikbusiness, der sich seit den 90er Jahren beobachten lässt, wird sich bald ins Positive ändern und zwar dank Spotify, Napster und Co. Auch den Musik-Download kann man sich aus der Branche nicht mehr wegdenken. Dies führte in den letzten Jahren zu einem großen Umbruch im Musikbusiness, denn auch das Einnahmen-Modell beim Streaming unterscheidet sich natürlich im Vergleich zum klassischen CD- oder Plattenkauf.

Das Streaming generiert für Künstler niedrigere dafür aber stetige Einnahmen. Beim physischen Musikkauf oder Download werden zwar höhere Einnahmen erzielt, allerdings seltener oder sogar nur einmalig. Eine Konsequenz daraus ist, dass Plattenlabel mit der Aufnahme eines Künstlers heutzutage ein erheblich größeres Risiko eingehen als noch vor 15 Jahren. Ein Plattenvertrag im Anfangsstadium der Künstlerkarriere wird daher immer seltener.

Aber braucht man überhaupt ein Label um seine eigene Musik zu veröffentlichen?

Diese Frage lässt sich mit einem klaren Nein beantworten. Während früher das Plattenlabel für das Produzieren und Bewerben der Musik, der Planung von Fotoshootings und der Erstellung von Pressematerial verantwortlich war, so produzieren und verbreiten heutzutage immer mehr Künstler ihre Musik in Eigenregie – Digitalisierung sei dank.

Doch das bedeutet auch, dass Künstler heute umso härter arbeiten müssen, damit sich der ersehnte Erfolg einstellt. Im Anfangsstadium der Karriere fungieren sie häufig als Allround-Talente und kümmern sich nicht nur um das Musik machen sondern auch um das Marketing, Veranstaltungsorganisation, die eigene Webseite und alles weitere. Falls du zu diesen Musikern gehörst, haben wir im Folgenden wertvolle Tipps für dich, mit der du deine Musikkarriere in das nächste Level hebst.

Kostenlose Portale – Streaming oder Download

Verpasse nicht die Chance, deine Musik über die großen internationalen Portale zu verbreiten und potentielle Fans zu gewinnen. Zum Glück gibt es eine Reihe von Plattformen auf denen man seine Musik kostenlos veröffentlichen kann.

Bandcamp

Als neuer Künstler sollte man unbedingt Bandcamp in Betracht ziehen. 2008 gegründet, hat sich das Downloadportal mittlerweile eine Nische zwischen den bekannten Musikplattformen erschlossen. Hier entscheiden die Künstler selbst zu welchem Preis sie ihre Musik veröffentlichen wollen oder sie überlassen es den Fans, den Preis für den Download zu bestimmen. Bandcamp nimmt dabei eine Provision von 15%, der Rest geht an die Musiker.

SoundCloud

SoundCloud ist vor allem für unbekannte Künstler eine hervorragende Möglichkeit um Musik veröffentlichen und Fans gewinnen zu können. Das Portal richtet sich vor allem an Künstler selbst.

Hier lässt sich auf einfache Weise Musik veröffentlichen, die hochgeladenen Stücke können für den Download freigegeben werden und lassen sich auf einfache Art und Weise in Websites einbinden. Durch die Kommentarfunktion können Fans ihr Feedback abgeben. Zudem tummeln sich hier A&R Manager, auf der Suche nach neuen Künstlern. Mit dem Streaming-Angebot SoundCloud+ macht der Musikdienst nun auch Spotify und Co. Konkurrenz. Es bleibt spannend!

In unserem Blogartikel haben wir weitere Plattformen aufgelistet, auf denen du deine Musik veröffentlichen kannst.

Bei den vielen Portalen und Plattformen kann es ganz schön verwirrend sein, den Überblick zu bewahren. iMusician bietet dir die Möglichkeit, selbstständig Musik veröffentlichen zu können und diese auf verschiedenen Streaming-Portalen anzubieten, sowie deine Verkaufszahlen zentral zu verwalten.

Youtube

Youtube hat im Vergleich zu anderen Plattformen mit Abstand die meisten Nutzer, im Jahr 2018 waren es 1,8 Milliarden, und ist somit immer noch die wichtigste Quelle für den Musikkonsum.

Ein Video ist schnell produziert allerdings sollte man ich sich etwas Mühe geben um sich und seine Musik passend in Szene setzen. Neben Musikaufnahmen kann man ebenfalls Mitschnitte von Konzerten, Interviews oder aus dem Proberaum veröffentlichen. Mit Youtube Music hat Google seinen eigenen Streaming-Dienst samt App auf den Markt gebracht. Die App ist bereits in Deutschland und einer Reihe von anderen Ländern erhältlich, jedoch noch nicht weltweit.

Lohnt sich YouTube für mich?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Videoplattform bietet Vor- und Nachteile. Zu den Nachteilen zählt das undurchsichtige Provisionsmodell des Milliardenkonzerns. Genaue Zahlen gibt es nicht, denn Faktoren wie z.B. das Land und die Streamingart beeinflussen die letztendliche Ausschüttungssumme. Doch angeblich fallen die Tantiemen viel geringer aus als beispielsweise bei Spotify.

Auf der anderen Seite bietet YouTube für junge Künstler großes Potential. Zusätzlich zu eigenen Uploads, kann man durch das Content-ID-System auch Uploads von Fans monetarisieren, die die eigenen Videos ebenfalls teilen.

Wer Videos auf Youtube mit Musik veröffentlichen will, sollte sich der Pros und Contras der Videoplattform bewusst sein. Doch YouTube ist nach wie vor extrem wichtig, und auch wenn durch die Plattform keine hohen Einnahmen erzielt werden, so hat man trotzdem die Chance ein großes Publikum zu erreichen.

Was brauche ich um meine Musik zu veröffentlichen?

Mixen

Deine Songs sind fertig aufgenommen? Ein nächster wichtiger Schritt innerhalb der Musikproduktion ist das Mixen. Das bedeutet, dass die verschiedenen Spuren des Songs aufeinander angepasst werden, sodass sie sich harmonisch aneinander schmiegen. Deine Musikrichtung bestimmt die Richtung des Mixens. Bei einem Rocksong stehen zum Beispiel die Gitarre und die Stimme im Vordergrund. Werde dir über die Musikrichtung bewusst, um deine Hörer gezielt auf die wichtigen Elemente des Songs zu leiten.

Mastern

Der letzte Schritt in der Audio-Produktion ist das Mastering. Hier werden die akustischen Elemente des Stereo-Mixes in ein Gleichgewicht gebracht und die Wiedergabe für die verschiedenen Systeme und Formate optimiert.

Metadaten

Es ist ebenfalls wichtig, dass du deine Metadaten festlegst. Das sind Daten, die wiederum andere Daten beschreiben wie Informationen über Titelnamen, Namen der Interpreten, Artwork etc. Metadaten werden ebenfalls beim digitalen Vertrieb benötigt und an deine ISCR Nummer und an den Barcode geknüpft.

Du willst deine eigene Musik bekannt machen? In unserer Checkliste erhältst du jede Menge Tipps, die dir helfen deine Musik ohne Label zu veröffentlichen.

Muss ich meine Musik zwingend bei der GEMA registrieren?

Urheberrecht / Copyright und Leistungsschutzrechte

Bevor wir zur GEMA kommen ist es wichtig, den Begriff des Urheberrechts zu klären. Das Urheberrecht / Copyright schützt die geistige Schöpfung in Kunst und Literatur. Sobald du einen Song kreierst, macht dich das zum Urheber. Dein Urheberrecht wird in Deutschland also automatisch generiert und geschützt. Dennoch bleibt es im Zweifelsfall unklar, ob man die Originalität des Songs auch rechtlich beweisen kann. Deswegen ist es sinnvoll sich im Vorhinein abzusichern. Für eine komplett wasserdichte Absicherung müsste ein Notar in Anspruch genommen werden, aber das ist in der Regel leider relativ teuer.

Leistungsschutzrechte decken die rechte aller involvierten Künstler ab. Ob Sänger, Instrumentalist, Musikproduzent oder Interpret, sie alle tragen zum Musikstück bei und können entsprechend vergütet werden.

GEMA und SUISA

GEMA (Deutschland) oder auch SUISA (Schweiz) sind Verwertungsgesellschaften, die Urheberrechte treuhänderisch für eine große Anzahl an Urhebern wahrnimmt. Wenn deine Songs öffentlich publiziert werden, empfiehlt sich eine Mitgliedschaft in der GEMA. Die GEMA sammelt dann in deinem Namen Tantiemen ein, sobald deine Songs öffentlich gespielt werden – im Radio, Club oder einem anderen öffentlichen Raum. 10% der Abgaben werden an dich übermittelt. Die GEMA schützt dich nicht als Urheber, sondern du trittst ihr das Verwertungsrecht des Werkes ab und erlaubst der GEMA in deinem Namen Gelder einzufordern.

Du kannst deine Musik auch ohne Verwertungsvertrag mit der GEMA verkaufen und zwar weltweit. Eine Mitgliedschaft ist keine Pflicht und wenn du deine Musik lediglich als Hobbymusiker verkaufen möchtest, auch nicht nötig.

Folgendes solltest du beachten, wenn dein digitaler Vertrieb korrekt ablaufen soll:

  • Prüfe die Urheberrechts-Voraussetzungen in deinem Land
  • Nehme eine Registrierung deiner Urheberrechte vor, wenn diese in deinem Land nicht automatisch generiert werden (z.B. wenn du in den USA lebst)
  • Sobald du neue Songs aufgenommen hast und sie verbreiten willst, solltest du Mitglied in einer Verwertungsgesellschaft werden und den Song registrieren.

Musik samplen

Wie du rechtlich sicher Samples für deine Musik verwendest

Das Samplen gehört mittlerweile zum Musikalltag. Nicht nur im Bereich der elektronischen Musik sondern auch im Hip Hop und anderen Richtungen ist es gang und gebe Musik oder einzelne Beats von anderen Künstlern für seine Werke zu verwenden.
Wenn du Samples von anderen Musikern verwendest, solltest du dies auf rechtlich sicherem Wege tun. Als einfachsten und günstigsten Weg, bieten sich auf Samples spezialisierte Seiten an. Hier gibt es freie Samples oder auch Abos schon ab $ 9.99 wie bei sounds.com. Andere beliebte Seiten sind zum Beispiel Looperman, Loopmaster, Musicradar, Samplemagic, Audiofanzine.

Bitte beachte die jeweiligen Nutzungsbedingungen der Seiten. Punkte auf die du achten solltest sind beispielsweise die Fragen: Ist die kommerzielle Nutzung gestattet? In welchen Ländern? Auf allen Verkaufsplattformen? Wie lange nach dem Kauf darf man die Samples verwenden? Gibt es eine maximal erlaubte Anzahl von Streams bzw. Downloads?

Solltest du dich dafür entscheiden Samples außerhalb von spezialisierten Webseiten für Samples zu beziehen, brauchst du zwei unterschiedliche Genehmigungen: eine für die Aufnahme und eine für die originale Komposition. Für die Aufnahme ist das Label der Rechteinhaber, für die originale Komposition musst du beim Verlag oder dem Songwriter selbst nachfragen. Die folgenden Schritte kannst du als Leitfaden verwenden, um an gesampelte Musik zu gelangen:

  1. Finde den Verlag oder Rechteinhaber
  2. Kontaktiere den/die Verleger. Dieser ist für die Urheberrechte zuständig.
  3. Schließe eine Vereinbarung, die deine Verwendung der Samples regelt.
  4. Trotzdem ungeklärte Samples verwenden