Wie du dein Heimstudio optimieren kannst

Wie du dein Heimstudio optimieren kannst

von Martha Rowsell

 

Das Heimstudio erfreut sich heute sehr grosser Beliebtheit. Obwohl ein fein polierter Studiosound noch immer als Standard für die meisten Musiker, Produzenten und Konsumenten gilt, hat der DIY-Ansatz doch auch seine Reize. Du kannst mit deinem Sound viel länger experimentieren als im Studio, wo du unter Zeitdruck stehst, weil dich jede Stunde eine Stange Geld kostet. Nichtsdestotrotz gibt es viel zu lernen, wenn du dein Schlafzimmer zum Studio umbaust. Hier haben wir einige Tipps, die dein Heimstudio so gut wie möglich klingen lassen.

 

  1. Schalldämpfung. speakersEs gibt viele Materialien, mit denen du deine Wände isolieren kannst. Das hat zweierlei Vorteile: Du reduzierst Reflexionen, die beim Abhören stören, und deine Nachbarn können nachts ruhig schlafen. Wenn du ein optimal schallgedämpftes Heimstudio haben willst, ziehst du am besten einen Fachmann herbei, der dich bezüglich der geeigneten Materialien für eine effektive Kontrolle der von Becken, Bass, oder Schlagzeug erzeugten Frequenzen beraten kann. Beachte, dass es einen grossen Unterschied gibt, ob man einen Raum für das Abhören oder das Aufnehmen von Musik optimiert!
  1. Akustik. Wenn du in deinem Raum störende Eigenschaften bemerkst, die den Klang zu stark beeinträchtigen, gibt es verschiedene Wege, um die Akustik deines Heimstudios genau so zu manipulieren, wie du sie brauchst. Falls es zum Beispiel aufgrund von harten Flächen oder Glasfenstern zuviele Reflexionen gibt, kannst du Vorhänge oder Teppiche verwenden, um   diese abzuschwächen. Materialien wie akustischer Schaum, Duvets und Vorhänge sind zwar dazu geeignet, die akustischen Eigenschaften eines Raumes zu  verbessern. Für die Schalldämmung sind sie nicht geeignet. Wenn du eine Sängerin aufnimmst, stellst du am besten sicher, dass hinter ihr ein Duvet oder eine dicke Bettdecke aufgehängt ist, um so einen kleinen “Vocal Booth“ zu schaffen, falls du dafür kein separates Zimmer zur Verfügung hast. So kannst du Übersprechungen bei den Aufnahmen auf ein Minimum reduzieren.
  1. Monitorplatzierung: der richtige Ort. Zum Abhören eignet sich ein rechteckiges Zimmer besser als ein quadratisches. Stelle deine Monitoren so auf, dass sie gegnüber einer der längeren Wände stehen und  platziere sie auf Ohrenhöhe. Benutze dafür Monitorständer oder einen Stapel alter Bücher. Die beiden Monitoren und du sollten ein gleichschenkliges Dreieck bilden.   Mit diesem „Sweet Spot“ kannst das Stereobild deiner Aufnahmen am besten beurteilen. Es ist wichtig, dass der Abhörraum symmetrisch aufgebaut ist. Wenn du noch zusätzliche Möbel, wie ein Bett oder ein Sofa im Zimmer hast, platzierst du diese am besten gegenüber der Monitoren. Die weiche, durchlässige Textur dieser Möbelstücke wird auch dabei helfen, den Schall zu absorbieren. Die Monitoren sollten „isoliert“ sein, d.h. nicht direkt auf dem Pult oder den Bücherstapeln stehen, sondern z.B. auf einem Stück Schaumstoff  liegen, so dass unnötige Vibrationen vermieden werden können. Optimal ist zudem, wenn die Monitoren eine möglichst kleine Auflagefläche haben. Versuch doch einmal, sie auf zwei aufgeschnittene Squash-Bälle zu stellen. Hier ein Link zu nützlichen Monitoring-Produkten bei Amazon.
  1. Mikrofone: Platzierung und Typ. Probiere aus, wie die Instrumente, die du aufnehmen willst, an verschiedenen Orten im Raum klingen. Such dir den Ort aus, wo du die gewünschte Klangfarbe erreichst und stell dort dein Mikrofon auf. Du lernst dabei genau hinzuhören, und du lernst die Qualitäten des Raumes  kennen, in dem du arbeitest. Je mehr du dies tust, desto besser wirst du wissen, an welchem Ort im Raum du z.B. eine Violinistin oder einen Sänger aufnehmen willst. Wähle dein Mikrofon sorgfältig aus und prüfe auch hier, wie es sich an verschiedenen Orten im Raum verhält. Wenn du ein kleineres Budget hast, werden deine Möglichkeiten begrenzt sein. Es gibt jedoch Mikrofone, die sich unter gewissen Umständen ganz klar besser eignen als andere. Für weitere Informationen empfehlen wir dir diesen Blogartikel über die zehn besten Mikrofone fürs Heimstudio.
  1. Anderes Equipment: Kopfhörer, Audio-Interface, Computer und DAW (Digital Audio Workstation). Hier gibt es Varianten für jeden Geldbeutel – und beinahe unendlich viele Möglichkeiten. Die Investition in ein qualitativ gutes und flexibles Audio-Interface lohnt sich aber bestimmt. Alles in allem solltest du darauf achten, dass dein Equipment zusammen passt und auf deine Bedürfnisse abgestimmt ist. Ein Tipp zu deinen Kopfhörern: Mit einem geschlossenen Modell verhinderst du, dass allzu viele Nebengeräusche mit aufgenommen werden.
    Die Qualität der mitgelieferten Effekte ist heutzutage bei beinahe allen DAW’s bereits so gut, dass du damit gut klingende Basic Tracks produzieren kannst. Schau dir auch unseren Artikel über wie du deine Tracks fürs Mastering vorbereitest an.

Vergiss nicht, dass du immer andere Leute um Rat fragen kannst oder dich mithilfe von Büchern, Fachmagazinen oder Onlineressourcen weiterbilden kannst. Viele Heimstudiobetreiber werden dir gerne Auskunft geben und sich mit dir austauschen. Gute Ansprechpartner sind auch Tontechniker in Ausbildung oder Musiker, die am Anfang ihrer Karriere stehen. Ausserdem bist du sicher nicht der einzige, der gerade jetzt ein Heimstudio einrichtet! Finde Leute die gerade den gleichen Schritt machen. Irgendwie kann man sich immer gegenseitig helfen!  Setze dir realistische Ziele, was sich zur Zeit erreichen lässt. Damit hältst du die Gefahr klein, dass du dein Projekt Heimstudio schnell wieder aufgibst.  Auf jeden Fall solltest du so viel wie möglich experimentieren und deine kreativen Grenzen ausloten!