Wie du deine Tracks fürs Mastering vorbereitest

Wie du deine Tracks fürs Mastering vorbereitest

von Martha Rowsell

 

Wenn du Audioaufnahmen machst, dann sollten sie gemixt und gemastert sein, bevor du sie veröffentlichst. In unserem Blog „Was ist Mastering“ kannst du mehr über die Geschichte des Mastering erfahren. Viele Musiker wissen inzwischen genug über Audioproduktion und können ihre eigenen Aufnahmen machen. Und seit DAWs (Digital Audio Workstations) weitverbreitet und allseits zu haben sind, boomt der Bedroom-Producer und die DIY-Arbeitsmoral. Dennoch geben die meisten Musiker ihre Tracks immer noch lieber an professionelle Mastering-Ingenieure weiter, damit sie auch sicher die bestmöglichen Resultate erhalten.

Es masteringgibt viele enorm respektierte und begabte Mastering-Ingenieure, die genau wissen, wie man deine Songs so hinbekommt, dass sie auf jedem Gerät abgespielt werden können. Zu ihren Aufgaben gehören: das Ausgleichen von Frequenzen, das Erzeugen eines ausgewogenen Klangbildes, das Überprüfen der Monokompatibilität und die Dynamikbearbeitung. Sie sorgen für reibungslose Übergange zwischen den Album-Songs, damit man beim Zuhören nicht für jeden Track die Lautstärke anpassen muss und damit alle Frequenzen berücksichtigt werden, falls man das Album mal auf einem Abspielgerät mit geringerer Klangqualität hören sollte. Der Mastering-Prozess verläuft jedes Mal anders und hängt beispielsweise davon ab, ob die Songs spezifisch für iTunes, für Vinyl oder für ein anderes Format angedacht sind. Es wird dich einiges kosten, deine Tracks mastern zu lassen, aber es ist ein wichtiger Teilschritt im Produktionsablauf – außer du traust dir selbst als Sound-Ingenieur sehr viel zu.

Was kannst du tun, damit du für dein Geld die beste Leistung erhältst und auch die bestmöglichen Audiodateien einreichst? Auf gar keinen Fall solltest du von Mastering-Ingenieuren erwarten, dass sie zaubern und durch Wunder was zurechtmastern können. Das Mastering sollte nicht mehr als das Sahnehäubchen sein. Wenn du Aufnahmen bzw. Songs von niedriger Qualität oder schwache bzw. schlecht strukturierte Songs einreichst, dann darfst du nicht erwarten, dass sie am Ende besser klingen, nur weil sie gemastert wurden.

Hier ein paar Tipps, damit deine Tracks bereit sind fürs Mastering:

  1. Überprüfe, ob alle Tracks, die du aufgenommen hast, auch so klingen, wie du es dir vorstellst. Geh nochmal ganz sicher, dass alles richtig funktioniert und schalte alle Overdubs, die du nicht verwendest, stumm. Du solltest auch alle Störgeräusche und Plops, die im Hintergrund noch zu hören sind, entfernen.
  1. Schalte alle grundlegenden Mastering-Einstellungen, die du im Mix verwendet hast, aus (auch bekannt als ‚Master-Bus‘). Falls du den Track einem Freund geschickt hattest, um einen Eindruck zu vermitteln, wie der Song einmal klingen würde, hast du vielleicht Prozessoren eingesetzt, zum Beispiel einen Kompressor, Mastering-Funktionen, einen EQ oder einen Limiter. Diese musst du wieder rausnehmen, so dass der Mastering-Ingenieur seine Arbeit machen kann und dabei die volle Kontrolle über die Dynamik hat.
  1. Pegel. Du solltest im Mix ausreichend Headroom lassen (passe z.B. auf, dass die Amplitude der Wellenform nie zu weit ausschlägt und den Spitzenpegel erreicht bzw. clippt). Deine lauteste Stelle sollte sich um die -5db bewegen. Der Master-Fader sollte auf 0db eingestellt bleiben. Du kannst kostenlos Pegelanzeigen downloaden, wie diese hier von sonalksis, oder auch einfach nur die Wellenformen deines Tracks (nach dem Bouncen) mit den Wellenformen eines gemasterten Songs vergleichen, um zu überprüfen, ob alles stimmt. Falls dein Track clippen sollte und du das ändern willst, verwende nicht den Master-Fader. Benutze statt dessen einzelne Regler bzw., falls du viel mit Automation gearbeitet hast, verändere die gruppierten Pegel.
  1. Verschaffe dir etwas Raum mit Hilfe eines Puffers (Engl. ‚buffer‘). Wähle den Bereich aus, den du exportieren möchtest und füge einen Puffer ein paar Takte vor und ein paar Takte nach dem Track ein, für den Fall dass unerwünschte Klick- oder andere Störgeräusche auftreten sollten. Für Mastering-Ingenieure ist es letztlich leichter, etwas herauszunehmen anstatt ein Problem zu korrigieren, dass bereits in der Audiodatei vorliegt.
  1. Verwende das richtige Format. Verschicke die Dateien in einem verlustfreien Format, wie AIFF oder WAV. Behalte die Auflösung deines Tracks, mit der du auch gearbeitet hast, bei (24 bit, 44100 Hz sind normalerweise ok). Deaktiviere die Normalisierung und aktiviere die Option ‚Audioausklang einschließen‘, damit beispielsweise ein Nachhall am Ende des Tracks nicht abgeschnitten wird. Nimm alle Dithering-Optionen und alle klangverbessernden Plugins raus. Normalerweise ist es in Ordnung, wenn du die Songs im Offline-Modus exportierst.
  1. Wenn du Fehler hörst, geh nochmal einen Schritt zurück und korrigiere sie. Nachdem du einen Track schon gebounct hast und noch einmal anhörst, bemerkst du manchmal Dinge, die du vorher einfach nicht gesehen oder gehört hast. Ignoriere sie nicht. Du kannst und solltest noch einmal einen Schritt zurück gehen und den Fehler korrigieren. Bounce den Track einfach nochmal, falls du glaubst, im Mix etwas entdeckt zu haben, das dich später stören könnte. Besser, du klärst das gleich, anstatt einen Mix mit einem Fehler oder Störgeräusch zum Mastern loszuschicken. Manche Mastering-Ingenieure werden dich nach dem Einreichen vielleicht noch Änderungen vornehmen lassen. Es kann dir aber auch passieren, dass du Zeit verschwendest, und nicht nur deine eigene, und dass mehr Kosten auf dich zukommen, wenn du nicht dafür sorgst, dass du mit dem Mix zum Zeitpunkt der Abgabe mehr als zufrieden bist (und gute Arbeit geleistet hast).
  1. Häufig kannst du beim Mastering-Ingenieur auch Samples von Songs als Referenzmaterial einreichen oder Notizen, wie der Track klingen soll oder in welchem Genre du dich gern eingeordnet sehen würdest. Auch ein Song, der einer Qualität entspricht, die du nachempfinden möchtest kann als Referenz angegeben werden bzw. auch frühere Mixe oder Masterversionen deiner eigenen Musik.
  1. Stem-Mastering – eine weitere Mastering-Option, bei der du mehrere gruppierte Spuren an den Ingenieur übergibst, z.B. unterteilt in Bass, Drums, Gitarren, Vocals, etc. Diese werden dann separat gemastert, wodurch man beim Mastering mehr Kontrolle hat. Wenn du dich für diese Variante entscheiden solltest, dann führe für jede Spuren-Gruppe den gleichen Vorgang durch, genau wie du das bei einem einzelnen Mix machen würdest, den du mastern lassen würdest.

Wende dich bei offenen Fragen an die jeweilige Person bzw. Firma, wo du das Mastering in Auftrag gegeben hast. Falls du Tipps oder Erfahrungen mit eigenen Tracks hast, schreib uns! Schau auch mal auf unserer SoundCloud-Seite vorbei, dort kannst du dir ein ‚Vorher/Nachher‘-Beispiel für einen Mastering-Prozess anhören.